Wie man Gleitende Durchschnitte richtig anwendet im Trading

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Wie man Gleitende Durchschnitte richtig anwendet im Trading

Gleitende Durchschnitte (GD) sind mit Abstand die beliebtesten und populärsten Indikatoren, die von den unterschiedlichsten Tradern verwendet werden und sich oft sogar in den Mainstream-Finanzmedien wiederfinden.

 

Was machen gleitende Durchschnitte?

Gleitende Durchschnitte zeigen einen Durchschnittspreis an. Ein GD, der auf 14 Perioden eingestellt ist, zeigt demzufolge den Durchschnittspreis über die letzten 14 Perioden (oder 14 Preiskerzen) an. Der Durchschnittspreis ist sehr bedeutsam, denn an ihm ist erkennbar, ob der aktuelle Preis über oder unter dem Durchschnitt liegt und ob er günstig oder teuer im Vergleich zur Vergangenheit ist.

 

Welcher GD ist der beste – EMA oder SMA?

Es gibt viele Arten von GD, so dass sich die Frage stellt, welcher nun am besten ist. Im Folgenden werden der EMA (Exponential Moving Average) und der SMA (Simple/Smoothed Moving Average) einander gegenübergestellt.

 

Die Unterschiede zwischen EMA und SMA

EMA und SMA unterscheiden sich lediglich in der Berechnung des Durchschnittspreises. Der EMA gibt den letzten Preiskerzen mehr Gewicht und bewegt sich deshalb schneller als der SMA, der alle Preiskerzen über den Beobachtungszeitraum gleich gewichtet. Im Vergleich fällt auf, dass der EMA sich schneller dem aktuellen Preis anpasst. Aber ist dies nun gut oder schlecht?

 

Vor- und Nachteile – EMA vs. SMA

Die Antwort ist: weder noch. Die Vorteile des einen GD sind die Nachteile des anderen und umgekehrt.

Der EMA (grün) reagiert schneller, wenn der Preis die Richtung ändert, was jedoch auch bedeutet, dass der EMA anfälliger ist, Signale zu früh zu geben, und er gibt auch mehr Störsignale an. Der SMA (schwarz) hingegen passt sich langsamer den aktuellen Preisbewegungen an und kann so Störgeräusche besser herausfiltern. Jedoch bekommen Trader, die den SMA benutzen, Richtungsänderungen auch später mit, da die Signale langsamer angezeigt werden.

Letztendlich gibt es hier, wie so oft im Trading, kein Richtig oder Falsch. Es kommt vor allem auf die Vorlieben des Traders an und wie er den GD in sein Trading integriert.

 

 

Was ist die beste Zeiteinstellung für einen GD?

Die nächste Frage, die im Zusammenhang mit GD aufkommt, ist die nach der besten Zeiteinstellung und Periodenwahl. Dabei ist einiges zu beachten:

 

Swingtrading- vs. Daytrading

Der Zeithorizont des eigenen Tradings ist ausschlaggebend für die Wahl des richtigen GD. Wer Trades gern über einen längeren Zeitraum hält und nicht durch die erste kleinere Korrekturbewegung aus dem Markt gedrängt werden will, sollte eine höhere Periodenanzahl wählen. Wer jedoch eher schnell auf Preisschwankungen reagiert und sofort in den Markt ein- und aussteigen will, ist mit einer kürzeren Periodenanzahl besser beraten.

Unterschieden wird auch zwischen Daytradern, die üblicherweise auf dem 30-Minuten- und den kleineren Timeframes unterwegs sind, und Swingtradern, die man auf dem 1H-, dem 4H- oder dem Ein-Tages-Zeitfenster antrifft.

Daytrader müssen schnell auf Preisänderungen reagieren und haben eine Vielzahl an Trades pro Tag. Für Swingtrader ist das längerfristige und strategische Denken wichtig, sie halten ihre Trades oft tagelang.

Für die Wahl der Periodenzahl eines GD gelten folgende Richtlinien:

  • 9 oder 10 Perioden: Diese Einstellungen sind sehr beliebt, denn die GDs reagieren schnell auf Preisänderungen. Diese Periodenanzahl ist besonders geeignet für Daytrading auf den niedrigeren Timeframes.
  • 20/21 Perioden: Dies ist der Bereich der mittelfristigen GDs, die sowohl auf den kleineren, als auch auf höheren Timeframes eingesetzt werden können. Der 21-Perioden-GD ist ein universales Hilfswerkzeug besonders für Trend- und Umkehrtrader.
  • 50 Perioden: Sehr beliebt ist der 50-Perioden-GD. Er wird oft als Unterstützungs- und Widerstandswerkzeug benutzt, da er vom Preis generell sehr gut respektiert wird – Stichwort selbsterfüllende Prophezeiung. Als Trendwerkzeug wird der 50-Perioden-GD eher von längerfristigen Tradern verwendet, da er einen größeren Zeitrahmen analysiert.
  • 100 und 200 Perioden: Diese GDs werden regelmäßig von Swingtradern auf den hohen Timeframes benutzt. Auch im Fernsehen und in den Finanzmedien sieht man hin und wieder, dass die Analysten auf den 100- oder 200-Perioden-GD zurückgreifen. Als Unterstützung und Widerstand finden diese GS ebenfalls immer wieder Anwendung.

 

 

Self-fulfilling Prophecy

Ich rate stets, sich an gängige GDs zu halten, denn der Faktor der sich selbsterfüllenden Prophezeiung sollte auch hier nicht unterschätzt werden. Wenn Millionen von Tradern, die Finanzmedien und sogar Algorithmen (Programme, die automatische Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen) auf die gleichen GDs zurückgreifen, verstärkt das die Wirkung dieser GDs.

 

Wie man GDs verwendet – die vier Signale

Wenn wir uns nun dem Trading mit GD widmen, dann können wir zwischen vier Arten von Signalen unterscheiden:

 

1. Trendrichtung und Filter

Der legendäre Trader Marty Schwartz hat Millionen an den Märkten verdient und ist auch Teil des Buches „Market Wizards“. Er ist ein großer Befürworter von GDs. In seinem eigenen Buch „Pit Bull: Lessons from Wall Street’s Champion Day Trader“ sagt er Folgendes über die Verwendung von GDs:

„Der 10-Tages-EMA ist mein Lieblingsindikator, um den Trend zu bestimmen. Ich nenne das ‘rotes Licht, grünes Licht’, weil es im Trading Voraussetzung ist, auf der richtigen Seite des GD zu handeln, um die Gewinnwahrscheinlichkeit zu maximieren. Wenn der Preis oberhalb des 10-Tages-EMA ist, dann hast du das grüne Licht. Der Markt ist dann in positiver Stimmung und du solltest ans Kaufen denken. Auf der anderen Seite bedeutet ein Preis unterhalb des 10-EMA, rotes Licht. Der Markt ist in negativer Stimmung und du solltest ans Verkaufen denken.“

Marty Schwartz benutzt seinen GD also, um die Trendrichtung zu bestimmen und um zwischen Kaufs- und Verkaufssignalen zu unterscheiden. Dies ist ein guter Tipp, denn man sollte nie kaufen, wenn sich der Preis nach unten bewegt – und ein GD fungiert dabei als Filter.

Dabei gilt folgende generelle Regel: Solange der Preis sich oberhalb des GD befindet, sollte nach Kauftrades, im anderen Fall nach Verkaufstrades gesucht werden, um mit dem übergeordneten Trend zu gehen.

Als besonders effektiv hat es sich dabei erwiesen, den übergeordneten Trend auf einem höheren Timeframe mithilfe eines GD zu bestimmen und im Anschluss auf dem niedrigeren Timeframe die Einstiege in diese Richtung zu planen.

 

Golden Cross

Der Golden Cross ist ein beliebtes Trendfolgesystem. Ein Golden Cross entsteht, wenn sich der 50- und der 200-Perioden-GD kreuzen. Die Idee dahinter ist: Wenn der kurze GD unterhalb des längeren GD fällt, zeigt dies einen wichtigen Umschwung an, da die aktuellen Preise unterhalb des langfristigen Durchschnitts fallen.

Wie die in Abbildung 51 eingezeichneten Golden Crosses deutlich machen, eignet sich dieses Signal meist dazu, um den langfristigen Trend zu bestimmen und Trendrichtungsänderungen zu identifizieren.

Es müssen auch nicht zwingend der 50- und 200-Perioden-GD sein. Eine andere beliebte Kombination ist die aus 12- und 26-Perioden-GD. Sie reagiert schneller aufgrund der kleineren Periodenanzahl und ist für kurzfristigere Trader meist besser geeignet.

2. Unterstützung und Widerstand (U&W)

Wie bereits erwähnt, sind GD so wichtig, weil sie von sehr vielen Tradern benutzt werden. Aus diesem Grund lassen sich GDs auch ideal als U&W-Werkzeug verwenden. Wichtig ist dabei nur, sich an die populärsten Periodeneinstellungen zu halten, um von diesem Effekt Gebrauch machen zu können.

In einem Aufwärtstrend benutzen viele Trader den GD, um Wiedereinstiege in die vorherrschende Trendrichtung zu finden, wenn der Preis sich während einer Korrektur erneut in den GD bewegt. Dies wird auch als Pullback-Trading bezeichnet. Findet der Preis Unterstützung an einem GD, stellt dies für viele Trader ein Kaufsignal dar.

Besonders die langfristigen GDs wie der 50-, 100- oder 200-Perioden-GD sind in diesem Zusammenhang sehr effektive Hilfsmittel, weil so viele Trader sie verwenden – Stichwort: selbsterfüllende Prophezeiung.

 

3. Der Abstand zum GD

Der Abstand zwischen dem Preis und dem GD gibt die Stärke eines Trends an. Je weiter sich der Preis vom GD entfernen kann, desto stärker ist die Bewegung. Wenn sich der Preis dem GD wieder nähert oder diesen sogar durchbricht, kann das ein wichtiges Trendumkehrsignal sein.

Wird der Abstand zum GD sehr groß, ist dies möglicherweise ein Hinweis darauf, dass ein Trend nicht mehr nachhaltig ist und instabil wird. Ein explosionsartiger Sprung weg vom GD sollte stets als Mahnung verstanden werden, äußerst vorsichtig zu sein und auf Trendumkehrsignale zu warten – ähnlich wie bei der Bump-and-Run-Formation. Ein mögliches Vorgehen wäre beispielsweise, einen langfristigen GD zu verwenden, der anzeigt, wenn sich der Preis sehr weit vom Durchschnitt entfernt hat. Im Anschluss kann ein kurzfristiger GD benutzt werden, um Tradeeinstiege zu planen, wenn der Preis diesen GD durchbricht.

 

4. Momentum

Der Abstand zwischen zwei GDs bietet Informationen über das Momentum an: Je weiter sich zwei GD voneinander entfernen, desto stärker ist der vorherrschende Trend. Für diese Art der Preisanalyse werden normalerweise ein kurzfristiger und ein längerfristiger GD verwendet. Zum Beispiel können Trader auf den 12- und den 26-Perioden-GD zurückgreifen, die auch die Basis des MACD-Indikators, welchen wir im nächsten Abschnitt besprechen, darstellen.

Dabei gibt es zwei mögliche Signale bzw. Anwendungsmöglichkeiten: Der Trader wartet, dass sich die beiden GDs voneinander entfernen und somit den Start eines Trends anzeigen. Solange die GDs sich nicht kreuzen oder annähern, ist der vorherrschende Trend noch intakt. Eine Trendumkehr wird eingeleitet, wenn sich die beiden GDs annähern und letztendlich kreuzen.

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